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Der Rosa-Elefanten-Untermieter oder warum Affirmationen meistens nicht so richtig funktionieren...

  • Autorenbild: Chahira Gadermann
    Chahira Gadermann
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Wir haben es alle schon versucht, spätestens seit in den 2000ern die "The Secret" Welle über uns hinweg geschwappt ist:

das Affirmieren, oder auf deutsch: das Bestärken von Glaubenssätzen.


Die Theorie dahinter ist ganz einfach, und tatsächlich auch wahr: was wir den ganzen Tag so denken, das wird sich im Außen zeigen.

Das hat unter anderem was mit unserer selektiven Wahrnehmung zu tun, auf Englisch, dem RAS (reticular activating system). Das ist die Filtereinstellung, die uns zeigt, was gerade wichtig ist, und es für uns vorsortiert. Du kennst das bestimmt: Du hast neue Sneaker oder ein neues Auto und auf einmal scheint die ganze Welt das selbe Modell zu tragen bzw. zu fahren. Also, das worauf wir unseren Fokus lenken (bewusst oder unbewusst) nehmen wir vermehrt wahr. und oft richten wir unseren Fokus nicht bloß auf physische Dinge, sondern filtern die Welt anhand unserer Glaubenssätze. Wir tragen ständig und kontinuierlich diese Filterbrille.

Denn zu allem und jedem haben wir (mal mehr und mal weniger bewusst) eine Meinung. Auch und besonders zu uns selbst.

In den Fällen, wo wir Dinge über uns und die Welt denken, die hilfreich und nützlich sind, ist das in der Regel angenehm. Wenn wir uns zum Beispiel für attraktiv halten, weil uns das möglicherweise seit frühester Kindheit so gesagt wurde, glauben wir vermutlich, dass dem so sei und finden das normalerweise auch gar nicht so verekehrt

.

Wenn wir allerdings aus demselben Grund denken wir seien dumm, sieht das schon wieder ganz anders aus.

Ich hatte mal vor einigen Jahren zur gleichen Zeit zwei Klientinnen, die mir beide ungefähr gleich attraktiv und gleich intelligent schienen. Die eine war davon überzeugt, sie sei zwar äußerst hübsch, aber leider ziemlich dumm, und die andere war nicht davon abzubringen, zwar überdurschnittlich intelligent, unglücklicherweise jedoch ziemlich hässlich zu sein.

Das fand ich ziemlich bemerkenswert, und natürlich (wie könnte es auch anders sein!) hatte das mit ihren jeweiligen Kindheitserfahrungen zu tun. Wir haben die zugrundeliegenden Erfahrungen aufgelöst, und danach konnten sich beide Frauen realistischer sehen und sich liebevoll so annehmen wie sie waren.

An solchen Stellen wurde und wird uns jedoch oft auch heute noch von den Selbsthilfefreunden vorgeschlagen, fleissig zu sein und einfach stur immer das Gegenteil des unliebsamen Glaubenssatzes zu behaupten.

"Ich bin schlau, ich bin schlau, ich bin schlau!" oder "Ich bin schön, ich bin schön, ich bin schön!" und irgendwann hört der alte Glaubenssatz dann auf zu existieren.

Das haben wir vermutlich alle schon einmal probiert und sind damit nur bedingt weitergekommen.

Ich sage übrigens nicht, dass es nicht funktionieren kann. Im Gegenteil, mit sehr viel Durchhaltevermögen und Persistenz kann es tatsächlich klappen, die alten Glaubenssätze so zu ersetzen. Es ist meist allerdings sehr mühselig, superanstrengend und kann tatsächlich sogar zu Erstverschlechterungen führen. (Es gibt hier allerdings Ausnahmen, darauf werde ich in meinem nächsten Post noch eingehen!)


Wenn du jetzt also zum Beispiel sagst : "Da steht ein rosa Elefant im Raum!" dann wird die Stimme in dir, die sagt "Was für ein Bullsh*t, der passt doch gar nicht hier in den Raum und überhaupt gibt es keine rosafarbenen Elefanten" vermutlich eindeutig lauter sein, als der Glaube an die Existenz des Rosa Elefanten.

Der Rosa Elefant als Symbol für tiefsitzende Glaubenssätze, die den Veränderungsp
rozess blockieren

Das ist einfach zu abwegig, um daran zu glauben.


Wenn wir jetzt weiter affirmieren würden, dass da ein rosa Elefant stehe, dann würde diese Stimme in dir, die dir erklärt, dass es Rosa Elefanten nun mal einfach nicht gibt immer noch lauter und lauter werden. Und in den Widerstand gegen diese unsinnige Rosa Elefanten Behauptung gehen.

Das ist ein bißchen vergleichbar mit einem neuen Untermieter, den wir in eine Wohnung stecken, die aber noch bewohnt ist. Das gibt auf jeden Fall einen Konflikt!

Der alte Untermieter wird das nicht so lustig finden, und es auch nicht so kampflos über sich ergehen lassen.

Genau so verhält es sich bei den allermeisten Affirmationen. Wir wollen etwas etablieren, das wir eigentlich nicht wirklich glauben. (Ich bin schlau, wenn wir uns schon unser Leben lang für dumm halten ...) Dieser alte Glaubenssatz wird sich wehren, und ist meistens stärker, weil er ja schon viel länger bei uns wohnt.

Esther Hicks sagt, das sei ein bißchen, als wenn man auf ein Karrussell aufzupringen versuche, das sich zu schnell drehe. Könnte weh tun.

Denn was wir ja nicht wollen, ist die alten, für uns ungünstigen Glaubenssätze noch zu verstärken.

Manche Glaubenssätze sitzen wahnsinnig tief, da können wir dann tatsächlich nur noch mit Methoden wie auflösender Hypnose, EMDR oder Havening was erreichen.


Für die etwas leichteren Fälle habe ich ein paar Techniken zusammengetragen und ein bißchen weiterentwickelt. Techniken, die helfen, das Karussell langsamer drehen zu lassen.

Damit wir dann in Ruhe aufsteigen können.


Ich werde demnächst hier mehr darüber schreiben. Wenn es dich interessiert, lass mir gern ein Herzchen da, dann weiß ich Bescheid!


Alle Liebe für Dich,

Chahira


 
 
 

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